SGGG11/1 in Frankfurt

Zum Ausklang des Schuljahres begaben sich Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse des Sozial- und Gesundheitswissenschaftlichen Gymnasiums Achern nach Frankfurt, um die Heimat des berühmten deutschen Dichters Johann Wolfgang von Goethe sowie die Wiege der Demokratie in Deutschland zu erkunden. Dabei wurden sie von ihren Lehrkräften Birgit Wild-Peter und Sven Karl begleitet.

Anlass für die Exkursion nach Frankfurt am Main war die Lektüre des Briefromans „Die Leiden des jungen Werthers“ im Deutschunterricht sowie die bevorstehende Abitur-Pflichtlektüre des Faust I von Johann Wolfgang von Goethe. Das Geburtshaus des Dichters befindet sich mitten in der Altstadt von Frankfurt und gehört dort zu den kulturellen sowie touristischen „Highlights“ der Stadt.

Bei der von Frau Wild-Peter organisierten Führung im Goethehaus konnten die Schüler und Schülerinnen auch spezielle „Geschichten“ erfahren, die nicht im Lehrbuch zu finden sind: Die Familie Goethe war beispielsweise im Besitz einer Wasserpumpe, was für die damalige Zeit - Ende des 18. Jahrhunderts – einen großen Luxus darstellte. In der Regel musste das Wasser für den Haushalt in städtischen Brunnen geholt werden. Des Weiteren bestaunten die Schüler eine weitere Rarität, und zwar eine prächtige Standuhr aus dem 18. Jahrhundert, die bis heute noch exakt das Datum, die Uhrzeit und die Bahn des Mondes anzeigt. Trotz eines schweren Bombenangriffs gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, bei dem Teile des Goethe-Hauses zerstört wurden, konnten die Bestände der Bibliothek, in welcher Goethe und seine Schwester von ihrem Privatlehrer – oft unter der strengen Aufsicht des Vaters - unterrichtet worden waren, weitgehend erhalten werden.

Von der bewanderten Museumsführerin erfuhr die Besuchergruppe zudem, dass nicht nur so manche juristische Berühmtheiten als Gäste im Hause der Goethes verkehrten. Auch der berühmte, in Salzburg geborene Komponist, Wolfgang Amadeus Mozart, gab der Familie ein privates Hauskonzert. Dass Goethe während seiner Lebenszeit Affären mit über 44 Frauen hatte, überraschte die Schüler doch sehr. Diese „Musen“ inspirierten ihn zu manch wortgewaltigen Werken.

Die eigentümliche dekorative und farbliche Gestaltung der Zimmer und ein prachtvoller Wäscheschrank sollten den Wohlstand der Familie Goethe in der damaligen Zeit besonders hervorheben.

Neben der Führung im Goethehaus besuchte die Gruppe mit ihren Lehrkräften die Paulskirche, Geburtsstätte der deutschen Demokratie und Versammlungsort des ersten Nationalparlaments, das im Jahr 1848 erstmals einberufen wurde. Besonders fasziniert waren die Schüler und Schülerinnen vom modernen Plenarsaal unter der Kuppel, worin noch eine alte Orgel hängt und welcher von den Fahnen der 16 Bundesländer geschmückt ist.

In dieser Aula wird jedes Jahr der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen, wobei im kommenden Oktober die Auszeichnung der kanadischen Schriftstellerin Margaret Atwood verliehen werden wird. Auf der Liste der bisherigen Preisträger sind bekannte Persönlichkeiten wie Manès Sperber, Martin Walser, Carl Friedrich von Weizäcker oder Astrid Lindgren vertreten.

Sowohl das schöne Sommerwetter als auch die kulturellen Höhepunkte trugen zu einem gelungenen Schulausflug bei, der den Schülern und Schülerinnen des Sozial- und Gesundheitswissenschatlichen Gymnasiums tiefere Einblicke in das Leben Goethes und die Geschichte der deutschen Demokratie vermitteln konnte.